Was sind Forks?


Martin

Zuletzt Aktualisiert: 14. Juli 2020

Was sind Forks?

Wer sich mit der Thematik der Kryptow√§hrungen n√§her befasst, wird √ľber kurz oder lang auf den Begriff ‚ÄěFork‚Äú sto√üen. Dabei handelt es sich um Abspaltungen und die Entstehung neuer Kryptow√§hrungen bzw. Coins mit (verbesserten) Anwendungseigenschaften. In der Krypto-Historie gibt es zahlreiche bekannte Forks, zu denen beispielsweise Bitcoin Cash geh√∂rt. Aber Fork ist nicht gleich Fork, denn es gibt zwei verschiedene Varianten:

  • Hard Fork
  • Soft Fork

Wir schauen uns näher an, wo genau die Unterschiede liegen und welche Auswirkungen die Abspaltungen auf die Community, die Coins und den Krypto-Markt haben.

Fork ‚Äď Erkl√§rung und Begriffsdefinition

Das Wort Fork stammt aus dem Englischen und hei√üt √ľbersetzt so viel wie ‚ÄěGabel‚Äú. Bei den Kryptow√§hrungen bezieht sich diese Gabel auf die Trennung einer Software und die damit verbundene Entwicklung bei Kryptow√§hrungen in unterschiedliche Richtungen. Eine Fork besitzt einen offenen Quelltext und basiert auf einer bereits existierenden W√§hrung, wird aber bei ihrer weiteren Entwicklung angepasst. Der Grund f√ľr Forks ist vielf√§ltig, liegt h√§ufig aber darin begr√ľndet, dass die bestehenden Anwender einfach eine Verbesserung der Software w√ľnschen, sich aber nicht mit der gesamten Community einig sind.

Soft Fork & alles, was es dazu zu wissen gibt

Soft Forks finden h√§ufig bei den Kryptow√§hrungen statt, denn es werden nur kleine Ver√§nderungen im Protokoll vorgenommen. Vergleichbar ist solch eine Soft Fork mit einem Update einer Software. Erfahrungsgem√§√ü werden neue Regeln oder Features eingef√ľgt, ohne dass dabei die Hauptsoftware der Kryptow√§hrung ver√§ndert wird. Die alten Regeln gelten weiterhin, was nat√ľrlich f√ľr die User einen wesentlichen Vorteil hat: Sie k√∂nnen selbst entscheiden, ob sie das Update der Kryptow√§hrung nutzen m√∂chten oder nicht. Umgangssprachlich wird die Soft Fork deshalb auch als r√ľckw√§rts kompatibel bezeichnet, denn wer auf das Update verzichtet, kann die neuen Features nicht nutzen, muss aber auch keine Umstellung bei der bisherigen Anwendung vornehmen.

51 Prozent-Regel bei Soft Fork

Es gibt bei den Soft Forks eine Besonderheit. Zwar k√∂nnen die User selbst bestimmen, ob und wann sie das Update tats√§chlich vornehmen, bei 51 Prozent Mehrheit wird allerdings eine Umstellung der alten Nodes vorgenommen. Gibt es keine Mehrheit, wird die Soft Fork-Blockchain parallel zu bisherigen Blockchain gef√ľhrt, sodass ein vor√ľbergehender Split erfolgt. Ist der Konsensus erreicht, ersetzt die neue Blockchain (mit dem Update) die alte Blockchain und ist f√ľr alle Netzwerk Teilnehmer g√ľltig. Wird der Konsensus (noch) nicht erreicht, l√§uft die Soft-Fork-Blockchain aus. Die urspr√ľnglich existierende Blockchain bleibt dann g√§nzlich unber√ľhrt und erh√§lt das Update nicht.

Was m√ľssen Miner bei Soft Fork beachten?

Wurde der Konsensus beim Soft Fork erreicht und gibt es die Mehrheit von √ľber 51 Prozent, wird die neue Software im Netzwerk angewandt und die alte Blockchain ersetzt. Auch die Miner nutzen dann die neue Software und verstehen sie neuen Regeln. F√ľr die alte Blockchain gibt es keine Rewards mehr, sodass die Umstellung auf die neue Software empfehlenswert ist, um keine Rechenleistung und Zeit ohne Aufwandsentsch√§digung zu verschwenden.

Bekannte Soft Fork

Bitcoin ist zweifelsohne als Kryptow√§hrung den meisten Usern bekannt. Sie bringt auch eine der wichtigsten Soft Forks hervor: die Implementierung von Segwit. Dadurch sollen die Transaktionskosten und die Geschwindigkeit verbessert werden. In der Theorie ein gutes Vorhaben, den Bitcoin hat bereits seit L√§ngerem mit dem Ruf zu k√§mpfen, zu teuer und zu langsam zu sein. Doch die freiwillige Anwendung der Updates schlug viel, denn es wurde keine Mehrheit erreicht. Das wiederum hatte zur Folge, dass es keine signifikanten Verbesserungen der Blockchain gab, dazu wenige Nodes das Update ausf√ľhrten.

Hard Fork

Im Gegensatz zu einer Soft Fork werden bei einer Hard Fork wesentliche Ver√§nderungen in der Blockchain bzw. im Blockchain-Protokoll vorgenommen. Deshalb ist die Hard Fork auch nicht r√ľckw√§rts kompatibel. Damit diese Fork √ľberhaupt durchgef√ľhrt werden kann, muss es zu einem Konsens kommen, was im Vergleich zur Soft Fork deutlich schwieriger ist. Aus dem Grund werden die Hard Forks in der Praxis auch deutlich weniger realisiert. Bei den Hard Forks gibt es ebenfalls drei wesentliche Unterscheidungen:

  • Update Forks
  • Code Forks
  • Blockhain Forks

Die Unterschiede liegen, wie es die Namen schon vermuten lassen, in der eigentlichen Umsetzung. Die update Fork ist die ‚ÄěBasis-Art‚Äú einer Hard Fork. Es geht prim√§r darum, Fehler zu beheben und neue Features einzuf√ľgen. Der Fokus ist vor allem auf einer fehlerfreien Funktionsweise der Blockchain gerichtet, sodass die vorgenommenen Implementierungen f√ľr das Blockchain-Protokoll essenziell sind. Es geht allerdings nicht darum, eine neue Kryptow√§hrung bzw. ein neues Konzept zu entwickeln, sondern die Funktionalit√§t zu verbessern. Damit der wachsenden Community auch die Anforderungen an die Blockchain steigt, sind solche update Forks notwendig, um den Anspr√ľchen auch l√§ngerfristig gerecht zu werden.

Code Fork

Eine weitere Art der Hard Fork ist die Code Fork. Genutzt wird ein etablierter Krypto-Code, der als Ausgangslage f√ľr ein neues Projekt gilt. Ein ber√ľhmtes Beispiel f√ľr eine Code Fork ist beispielsweise Bitcoin und Litecoin, denn der Litecoin-Code basiert auf Bitcoin, wurde aber mit einer neuen Funktionalit√§t angepasst und die Schwachstellen von Bitcoin ausgemerzt.

Blockchain Fork

Bei dieser Art der Hard Fork wird durch die Community eine rege √Ąnderung bei bereits bestehenden Kryptow√§hrungen initiiert. Beispiel daf√ľr sind Bitcoin und Bitcoin Cash. Nimmt die Community diesen Vorschlag an, wird der Hard Fork zum Update Fork. Vereinfacht: Die Community √ľbernimmt das Update der Software und folgt damit den neuen Regeln. Die alte Blockchain wird nicht mehr weiterverfolgt und stirbt faktisch aus. So viel zur Theorie, denn in der Praxis ist es nicht immer ganz einfach, einen Konsens der Community zu finden. Was passiert, wenn es keinen Konsens gibt? Gibt es den Hard Fork mit Blockchain Fork. Die Folge:

  • Netzwerk wird gesplittet
  • Es entstehen zwei Blockchain: Blockchain ohne √Ąnderung und Blockchain mit gewollter Protokoll√§nderung

F√ľr Miner sind solche Fork-Situationen eine Herausforderung, denn sie m√ľssen den neuen Regeln ebenfalls zu sagen, wenn sie mit der neuen Blockchain interagieren und damit Coins verdienen m√∂chten. Da das ge√§nderte Protokoll √§ltere Versionen nicht akzeptiert, ist sonst kein Mining mehr m√∂glich.

Was passiert mit den Coins bei den Forks?

Gibt es tats√§chlich bei jeder Fork neue Coins oder behalten die alten digitalen W√§hrungseinheiten ihre G√ľltigkeit? Eine pauschale Antwort l√§sst sich darauf nicht geben, denn es kommt auf die Art der Fork an. Bei der Blockchain Fork gibt es beispielsweise neue Coins, bei der Code Fork allerdings nicht, denn es gibt hier Altcoins. Wie dies genau funktioniert, zeigen wir an praktischen Beispielen.

Blockchain Fork und neue Coins

Als popul√§rstes Beispiel f√ľr eine Blockchain Fork gilt Bitcoin Cash. Durchgef√ľhrt wurde die Fork auf Basis des Bitcoin-Protokolls, da die Community eine Verbesserung der Features (vor allem schnellere Verarbeitungszeit und g√ľnstigere Kosten) forcierte. Eine Einigung war allerdings schwer zu finden, denn Bitcoin hat eine festgelegte Blockgr√∂√üe von 1 MB und die Bitcoin Cash Bef√ľrworter wollten 8 MB. Da diese Ver√§nderungen dem bisherigen Bitcoin-Protokoll nicht entsprachen, kam es bei Block #478558 zur Fork.

Folgen f√ľr User nach Fork

Wer Bitcoin besa√ü, bekam durch die Blockchain Fork die gleiche Anzahl von Bitcoin Cash, da die bisherige Transaktionshistorie von Bitcoin √ľbernommen wurde. Zum Zeitpunkt des Splits erhielten die User die gleiche Coins-Anzahl. Mit der Fork allerdings entwickelten sich beide Blockchains unterschiedlich weiter und die Gutschrift der gleichen Coins-Anzahl war danach nat√ľrlich ebenfalls nicht mehr gegeben.

Code Fork bringt Altcoins hervor

Bei einer Code-Fork gibt es keine neuen Coins der eigentlichen Kryptow√§hrung, sondern es werden ganz neue M√ľnzen entwickelt. Der Bitcoin Code dient als Grundlage f√ľr viele Altcoins und wurde h√§ufig kopiert, allerdings auch stark modifiziert. Durch die Ver√§nderungen der Blockzeit, dem Mining Algorithmus oder dem Coins-Limit kommt es zu v√∂llig neuen Anforderungen, sodass eine Coins-√úbernahme bis zum Fork-Zeitpunkt kaum Sinn machen w√ľrde. Deshalb implementieren die Entwickler der neuen Blockchain ebenfalls neue Coins, die als Altcoins (Alternative Coins) bezeichnet werden. Ihr Ursprung ist die Blockchain mit dem Genesis Block.

Hard Fork nicht immer unumstritten

Nat√ľrlich ist aus technischer Sicht eine Hard Fork meist eine Verbesserung, denn sonst w√ľrde die Community dies nicht anstreben. Allerdings gibt es abseits der technischen Vorz√ľge auch Nachteile, die eine Hard Fork mit sich bringen kann. Vor allem f√ľr Trader und Investoren ist eine Hard Fork nicht immer vorteilhaft, denn daraus k√∂nnen Kursschwankungen bei den Kryptow√§hrungen entstehen und sich allgemeine Verunsicherung am Krypto-Markt breitmachen. Damit die Anleger darauf reagieren k√∂nnen, empfehlen sich Krypto-CFDs, wie es sie bei vielen Brokern zu attraktiven Konditionen und sogar mit einem Hebel von maximal 1:2 (f√ľr private Anleger) gibt. Damit k√∂nnen die Trader auch einen Abw√§rtstrend mit der richtigen Position souver√§n handeln.

Dieser Artikel wurde erstmals am 16. Juni 2020 veröffentlicht und am 14. Juli 2020 aktualisiert.
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