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Kapitalismus, Sozialismus & Kommunismus im Vergleich


Martin Fiedler

Zuletzt Aktualisiert: 15. Juli 2021

Zusammengefasst


Der Kapitalismus ist eine Wirtschaftsordnung, welche auf den Grundsätzen der Freiheit und individueller Rechte beruht. Der Sozialismus ist eine Sammlung von Ideen, welche auf Gleichheit und Gerechtigkeit beruhen. Der Kommunismus als eigenständiges System existiert nicht. Er wird viel eher als die Fortführung und somit das "Endziel" des Sozialismus gesehen. Wo der Sozialismus aus Sicht von Befürwortern die Revolution vom Kapitalismus ist, wird der Kommunismus als natürliche Evolution des Sozialismus gesehen.

  • Die Idee des Sozialismus hat sich in der Praxis bisher als untauglich erwiesen, da er die falschen Anreize schafft und es kein Feedback-System gibt, was dazu führt, dass die Wirtschaft und damit der Wohlstand in eine Abwärtsspirale geraten. Dieser Effekt wird von sozialistischen Ländern oft durch vermehrtes "Geld drucken" versucht abzufangen, was meistens in einer Hyperinflation resultiert. Berühmte Beispiele sind Länder wie Zimbabwe oder Venezuela.
  • Sozialismus wird insofern als utopisch angesehen, da er (unter anderem) außer Acht lässt, dass der Mensch, evolutionär bedingt, einen höheren Status, als andere ihn haben, anstrebt. Status kann per Definition nur durch eine gewisse Ungleichheit entstehen.
  • Der Kapitalismus erweist sich als praxistauglicher, da er, kurz gesagt, der menschlichen Natur am ehesten entspricht und grundsätzlich für Wohlstand sorgt. Wenngleich reiner Kapitalismus ebenso zu bestimmten negativen Effekten wie Monopolbildungen oder großer arm/reich-Schere neigt. Diese negativen Effekte versucht man durch "Spielregeln" in Form von Gesetzen zu minimieren.
  • Eine interessante Lehre, die man aus diesem Vergleich ziehen kann, ist, dass manche Dinge, die sich "gut" oder "gerecht" anhören, in der Praxis manchmal zum Gegenteil dessen führen können (Sozialismus). Andere Dinge dagegen, die sich eher "trocken" und möglicherweise sogar "unfair" anhören, zu positiven Effekten führen können (Kapitalismus).

Kapitalismus und Sozialismus im Vergleich

Bitcoin (BTC)

Kapitalismus

Bitcoin (BTC)

Sozialismus


Eigentum

Güter und Betriebsmittel stehen im Eigentum von privaten Unternehmen.

Güter und Betriebsmittel stehen im Eigentum des Staates bzw. staatsnahen Betrieben.


Preise

Die Preisfindung basiert auf Angebot & Nachfrage.

Preise werden vom Staat vorgegeben und kontrolliert.


Effizienz

Unternehmen haben einen Anreiz, Kosten zu minimieren.

Unternehmen fehlt der Anreiz, effizienter zu produzieren.


Vorteile

Dynamische Wirtschaft, schnelles Feedback, Anreize für Innovation & Wachstum

Förderung von Gleichheit und Versuche, Marktversagen zu eliminieren


Probleme

Tendenz zur Vergrößerung der arm/reich-Schere, Monopolbildungen

Ineffizienz, wenig Anreize zum Wachstum, erweist sich als weniger tauglich in der Praxis


Länder (Beispiele)

USA, Deutschland, Österreich, Japan

Nordkorea, Venezuela, Mexiko

© WWW.FINANZSACHE.COM

Was ist "Kapital"?


Unter Kapital versteht man alles, was einen wirtschaftlichen Nutzen hat. Dazu zählt nicht nur Geld, sondern beispielsweise auch Betriebsmittel oder Patente.

Die Unterschiede zwischen Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus

Der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus besteht in der grundsätzlichen Vorstellung, wie ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem organisiert sein sollte.

Beim Kapitalismus steht individuelle Rechte im Vordergrund: Betriebsmittel stehen im Eigentum privater Unternehmen und die Wirtschaft liegt mehr oder weniger in den Händen des "Marktes". Im Prinzip bedeutet das, dass der Markt (jeder von uns) durch sein Einkaufsverhalten darüber entscheidet, welche Produkte er oder sie gut findet.

Aufgrund des Konsumerverhaltens des Marktes werden Produkte entweder teurer oder günstiger. Unternehmen gehen pleite oder überleben eine lange Zeit. Der Markt "belohnt" oder "bestraft" durch sein Verhalten im Kapitalismus Anbieter von Produkten und Dienstleistungen.

Der Sozialismus dagegen ist eine Planwirtschaft. Die meisten Mittel zur Herstellung von Gütern stehen in staatlichem Besitz. Die Preisfindung wird nicht dem Markt überlassen, sondern vom Staat vorgegeben. Der Staat legt also, aus seiner Sicht, faire Preise fest.

Der Kommunismus dagegen lässt sich nicht als eigenständiges Wirtschaftssystem installieren, da dieser als logische Fortführung des Sozialismus betrachtet wird.

Kurz gesagt, entspricht der Kommunismus den Ideen des Sozialismus, jedoch in radikaler Form. Wo im Sozialismus beispielsweise die meisten Betriebsmittel im Eigentum des Staates stehen, sind es im Kommunismus nicht nur die meisten, sondern alle.

Als prominenter Vertreter des Kommunismus gilt der Ökonom Karl Marx.

Ist der Sozialismus "gut" und der Kapitalismus "böse"?

Immer wieder gibt es Debatten darüber, ob wir uns nicht mehr dem Sozialismus hinwenden sollten, um den Kapitalismus zu "überwinden".

Aber was ist überhaupt die Kritik am Kapitalismus? Der Kapitalismus ist im Kern profitorientiert. Das bedeutet, dass ein Unternehmen niemals "satt" ist: Es wird immer eine weitere Möglichkeit geben, zu wachsen und mehr aus dem Markt herauszuholen.

Das führt dazu, dass der Kapitalismus zu Monopolbildungen neigt: Die Großen fressen die Kleinen. Ein Unternehmen, welches über die Zeit viel Kapital akkumulieren konnte, könnte beispielsweise durch drastische Senkung der Preise Konkurrenten aus dem Markt stoßen. Das ist nicht nur Theorie, sondern auch oft gelebte Praxis. Sobald Monopole entstehen, bündelt sich die Macht im Markt auf einen einzigen Anbieter, welcher anschließend Preise in die Höhe treiben kann, da er der einzige Anbieter in seinem Segment geworden ist.

Auch kann dies dazu führen, dass einzelne Menschen extrem viel Reichtum anhäufen und die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht und die Mittelschicht immer weiter schrumpft.

Hier verspricht der Sozialismus Besserung. Das Versprechen des Sozialismus lautet: "Ich nehme den Reichen etwas weg und verteile es an die ärmeren. Gleichzeitig beende ich das wilde Treiben der Großkonzerne und nehme diese in meine Hand".

Ist der Kapitalismus also die Hölle und der Sozialismus das Paradies?

So einfach ist es leider nicht. Denn auch wenn sich der Sozialismus in der Theorie tatsächlich, "fairer", "gerechter" und "warmherziger" anhört, scheitern die Ideen in der Praxis.

Aber warum ist das so?

Der Sozialismus hat drei große blinde Flecken:

  • Anreize: Menschen "funktionieren" nach Anreizen und der Sozialismus sorgt schlicht für die falschen.
  • Status: Der Mensch strebt immer nach einem höheren Status, was evolutionär bedingt ist. Status bedingt per Definition eines Unterschiedes ("Ich habe etwas, was du nicht hast").
  • Zentralisierung: Verteilte (dezentrale) Datenverarbeitung funktioniert besser als zentrale (Feedback-Mechanismus ist aufrecht).

Der Grund, wieso sich Menschen selbstständig machen und ein Unternehmen gründen, sind bestimmte Anreize. Kaum jemand gründet aus Altruismus. Viel eher erwartet man eine Belohnung für die Mühe und das Risiko, welches man damit eingeht. Die Belohnung in Form von Geld (Reichtum) oder Ansehen ist der Anreiz, der Menschen dazu bringt, über Hürden zu gehen und sein Produkt immer weiter zu verbessern, da die Konkurrenz das Gleiche tut.

Der Markt im Kapitalismus ist gegenüber Unternehmen gnadenlos. Ist ein Produkt zu schlecht, wird es vom Markt nicht angenommen und die gesamte Mühe war umsonst. Auf der anderen Seite ist es genau das, was ein Unternehmen antreibt, immer besser zu werden und den Bedürfnissen der Konsumenten am besten zu entsprechen.

Der Kapitalismus erlaubt also einen ständig laufenden Feedback-Kreislauf.

Im Sozialismus gibt es diese Anreize nicht. Da sich das Meiste in staatlicher Hand befindet, gibt es für den einzelnen auch kaum Anreize, Risiken einzugehen und besser als die anderen zu werden. Innovation und drastische Verbesserungen bleiben so auf der Strecke.

Durch die Zentralisierung im Sozialismus merkt der Staat auch nicht rasch genug, wenn ein Produkt schlecht ist oder schlicht nicht so funktioniert, wie es sollte.

Yuval Harari bringt es in seinem Buch "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" auf den Punkt: "Verteilte Datenverarbeitung funktioniert besser als zentrale".

Zusammenfassend, kann man also sagen, dass der Sozialismus zwar einen gut klingenden Ansatz hat, jedoch in der Praxis scheitert. Weil der Mensch nicht so funktioniert, wie es der Sozialismus möchte und dem Sozialismus schlicht Daten fehlen, um eine Wirtschaft lange aufrecht zu erhalten.

Die Folge ist, dass das Land meist verarmt und am Ende alle als Verlierer daraus hervorgehen.

Reiner Kapitalismus dagegen ist auch nicht die ultimative Lösung, da es hier die bereits oben besprochenen Nachteile gibt.

Die beste Lösung scheint, zumindest aus heutiger Sicht, daher ein Kapitalismus mit Feinjustierungen durch Regulierungen zu sein. Der Erfolg scheint dem Kapitalismus dabei recht zu geben: Der Wohlstand in westlichen Gesellschaften, welche zumeist kapitalistische Gesellschaften sind, steigt immer weiter an und zieht gleichzeitig auch die ärmeren Länder mit. Zwar langsam, dafür aber stetig.

Ist das nicht Sozialismus, was wir in Deutschland haben?

Wenn man sich Deutschland, aber auch so gut wie jedes andere europäische Land ansieht, könnte man den Eindruck gewinnen, dass in Deutschland mehr Sozialismus als Kapitalismus vorherrscht: Unternehmen unterliegen oft starker Regulation, manche Unternehmen sind gar vollkommen in staatlicher Hand, genauso wie einzelne Sektoren, wie beispielsweise Gesundheit, maßgeblich vom Staat betrieben werden.

Der Schein trügt allerdings. Was wir in Deutschland haben, ist, vereinfacht gesagt, "Kapitalismus mit staatlichen Vorteilen".

Es gibt nur eine Handvoll an absolut essenziellen Bereichen, welche in staatlicher Hand liegen. Aber auch in diesen Bereichen werden private Unternehmen so gut wie nie vom Markt ausgeschlossen und können so am Wettbewerb teilnehmen.

Indem der Staat eine gewisse Grundversorgung bietet, muss sich hierzulande beispielsweise kaum jemand davor fürchten, in einem Krankenhaus nicht behandelt zu werden oder die Kosten nicht tragen zu können.

Außer ein paar wenigen Ausnahmen gibt es allerdings keine Preisvorgaben und der Markt ist mehr oder weniger frei in seinem Tun und Handeln - mit einigen Spielregeln. Diese Spielregeln machen europäische Ländern allerdings nicht zum Sozialismus. Im Gegenteil. Wie bereits oben erwähnt, handelt es sich um einen Kapitalismus mit Spielregeln und einigen, staatlich zur Verfügung gestellten Vorteilen wie zum Beispiel ein Sozialsystem (welche durch Steuern und sonstige Abgaben finanziert werden).

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Dieser Artikel wurde erstmals am 31. Mai 2021 veröffentlicht und am 15. Juli 2021 aktualisiert.
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