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Top 10 Layer-1 Blockchains (Smart Contract Plattformen)


Florian Gerl

Zuletzt Aktualisiert: 12. Juli 2022

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Welche sind die besten Smart-Contract Layer-1 Blockchains 2022

Was sind Smart-Contracts, was sind dApps?

Wie konkurrieren die Smart-Contract Kryptowährungen miteinander und was sind ihre Strategien?

Layer-1 Blockchains oder Smart-Contract Plattformen sind so etwas wie dezentrale Betriebssysteme für regelbasierte Programme. Sie sind die Basis des sogenannten Web 3.0 und sollen die Welt revolutionieren wie einst das Internet.

Es gibt viele Kryptowährungen, die als Plattformen für Smart Contracts entwickelt werden und die alle um das Interesse der Entwickler und wichtige Projekte konkurrieren. Noch ist nicht klar, welche Kryptowährung in dieser Schlacht der Blockchains die Nase vorn haben wird. Es gibt so viele Konkurrenten – und ein größeres technisches Problem oder eine Sicherheitslücke könnte jeden von ihnen aus dem Rennen werfen. Außerdem besteht immer die Möglichkeit, dass eine neuere Kryptowährung auf den Markt kommt und sie alle überholt. Der Platzhirsch Ethereum muss sich zügig und erfolgreich weiterentwickeln, um seine Position auf dem Podest halten zu können.

In diesem Artikel findest du unsere Top10 Layer-1 Smart Contract Blockchains, die du 2022 auf dem Radar haben solltest!

Was sind Layer-1 Blockchains oder Smart-Contract-Plattformen?

Layer-1 Blockchain bezeichnet eine „Basis-Blockchain“, wie Bitcoin oder Ethereum und die zugrundeliegende Infrastruktur (wie Mining, Staking, Nodes, Netzwerkknoten etc.). Layer-1-Blockchains tun im Prinzip nichts anderes, als Transaktionen zu validieren und abzuschließen. Auf diesen Basis-Blockchains – also Layer 1 – werden diverse sogenannte Layer-2-Protokolle entwickelt, die für Sicherheit und Konsens auf das Layer-1-Netzwerk angewiesen sind. Im Falle von Bitcoin ist dies zum Beispiel das Lightning Network, dass es Nutzern ermöglicht, Transaktionen fast kostenfrei zu tätigen.

Wir wollen uns in diesem Artikel allerdings mit jenen Layer-1 Blockchains beschäftigen, die speziell für das Ausführen von Smart Contracts konzipiert sind.

Smart Contracts (zu Deutsch „Intelligente Verträge“ oder „Selbsterfüllende Verträge“) sind Programme, die auf einer Blockchain gespeichert sind und ausgeführt werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ein intelligenter Vertrag legt, wie jeder andere Vertrag auch, die Bedingungen einer Vereinbarung fest. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Vertrag werden die Bedingungen eines intelligenten Vertrags jedoch als Code ausgeführt, der auf einer Blockchain wie Ethereum läuft. Intelligente Verträge ermöglichen es Developern, Anwendungen zu entwickeln, die die Vorteile der Blockchain, nämlich Sicherheit, Zuverlässigkeit und Zugänglichkeit nutzen und gleichzeitig ausgefeilte Peer-to-Peer-Funktionen bieten – von Finanzprodukten und Versicherungen bis hin zu Logistik und Spielen.

In Smart Contracts wird eine vertragliche Regelung als Code niedergeschrieben, der einer konditionalen Logik folgt, das heißt sie folgen einem „Wenn-Dann“- Muster: werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, tritt automatisch eine bestimmte Vertragsklausel in Kraft. Während üblicherweise dritte Instanzen, wie zum Beispiel Anwälte, Notare oder Gerichte dafür garantieren, dass ein Vertrag eingehalten wird, sorgt bei Smart Contracts die Technologie für die Einhaltung des Vertrags. Es muss also keine vermittelnde Institution zwischengeschaltet werden, um Vertrauen zwischen den Vertragspartnern zu gewährleisten – ein sogenanntes „trustless System“.

Bitcoin ist für diese Art von Programmen nicht geeignet, weil es nicht »Turing-Vollständig« ist. Mit Turing-Vollständigkeit eines Systems wird seine universelle Programmierbarkeit beschrieben. Der Name kommt vom englischen Mathematiker Alan Turing.

 Investieren für Anfänger

Smart-Contract-Plattformen sind OpenSource Blockchain Softwareprotokolle, die einen, globalen Werttransfer rund um die Uhr ohne Dritte ermöglichen. Sie fungieren als globale, zensurfreie Rechensysteme, die beliebigen Code (Smart Contracts) ausführen und andere dezentrale Anwendungen (dApps) betreiben können.

"Smart Contract" In einfachen Worten


Der „Vater“ von intelligenten Verträgen (Smart Contracts) Nick Szabo verglich, zur Veranschaulichung, einen intelligenten Vertrag mit einem Verkaufsautomaten. Stelle dir einen Automaten vor, der Getränkedosen für einen Euro verkauft. Wenn du zwei Euro in den Automaten einwirfst und ein Getränk auswählst, ist der Automat so programmiert, dass er entweder deine Limo und einen Euro Wechselgeld ausgibt oder (wenn deine Wahl ausverkauft ist) dich auffordert, eine andere Wahl zu treffen oder deine zwei Euro zurück gibt. Dies ist ein Beispiel für einen einfachen intelligenten Vertrag. So wie ein Getränkeautomat einen Verkauf ohne menschliche Vermittlung automatisieren kann, können intelligente Verträge praktisch jede Art von Austausch automatisieren.

Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Smart Contracts (intelligenten Verträgen):

Vorteile

  • Programmierbarkeit: Sie können komplexe, im Voraus festgelegte, mehrstufige Transaktionen durchführen.
  • Schnelligkeit und Genauigkeit: Es besteht keine Notwendigkeit, sich auf einen Vermittler oder eine andere dritte Partei zu verlassen. Die Anweisungen werden automatisch mit Code ausgeführt. Die endgültige Abrechnung erfolgt sofort.
  • Vertrauen: Die Transparenz der Blockchain und die Unumkehrbarkeit von Transaktionen gewährleisten, dass es nur einen einzigen endgültigen Vertrag gibt, der allen Beteiligten bekannt ist, was das Risiko von Betrug und Manipulationen deutlich reduziert.
  • Kostensenkung: Die Automatisierung und der Wegfall von Zwischenhändlern (Anwälte, Gerichte, Notare, …) kann drastische Einsparungen ermöglichen.

Nachteile

  • Smart Contracts sind noch mit rechtlichen Herausforderungen verbunden. Smart Contracts, die nur aus Code bestehen, sind unter Umständen vor Gericht nicht durchsetzbar, da ihnen der zugrunde liegende Textvertrag fehlt.
  • Smart Contract Plattformen sind, aufgrund der jungen Technologie, oft noch nicht technisch ausgereift. Fehler und Probleme, sowie Hacks und Angriffe kommen immer wieder vor.
  • Der intelligente Vertrag selbst kann schlecht programmiert sein oder Bugs enthalten. Eine Änderung ist aber aufgrund des Prinzips der Unveränderbarkeit schwierig bis unmöglich.

Was sind Dapps

Smart-Contract-basierte Apps werden als »decentralised apps« (auf Deutsch dezentrale Anwendungen) oder »Dapps« bezeichnet – dazu gehört auch die boomende dezentrale Finanztechnologie – decentralized finance – (DeFi), die das Bankwesen revolutionieren soll. DeFi-Apps ermöglichen es Besitzern von Kryptowährungen, Finanzdienstleistungen, wie Sparen, Finanzierungen, Versicherungen, in Anspruch zu nehmen, ohne dass eine Bank beteiligt ist. Andere Beispiele sind Spiele, Marktplätze, NFT-Erstellung und vieles mehr.

Beispiele von bekannten Dapps

PancakeSwap Smart-Contracts Layer-1 Blockchain
Pancake Swap

Läuft auf der BNB Chain, Kategorie DeFi, fast 3 Millionen Nutzer

Smart Contract Layer-1 Blockchain Atomic Assets
AtomicAssets

Läuft auf WAX und EOS, Kategorie NFT Erstellung, fast eine Million Nutzer

Smart Contract Layer-1 Blockchain Alien Worlds
Alien Worlds

Läuft auf WAX und BNB Chain, Kategorie Games, fast eine Million Nutzer

Smart Contract Layer-1 Blockchain OpenSea
OpenSea

Läuft auf ETH, Polygon und Solana, Kategorie NFT Marktplatz, mehr als eine halbe Million Nutzer

Wie funktionieren Layer-1 Smart-Contract-Plattformen?

Smart Contracts werden in einer Vielzahl von Programmiersprachen geschrieben (darunter Solidity, Web Assembly und Michelson). Der Code jedes intelligenten Vertrags wird auf der Blockchain gespeichert, sodass jeder Interessent den Code und den aktuellen Status des Vertrags einsehen kann, um seine Funktionalität zu überprüfen (Stichwort – Open Source).

Jeder Computer im Netzwerk (Node oder »Knoten«) speichert neben der Blockchain und den Transaktionsdaten eine Kopie aller bestehenden intelligenten Verträge und ihres aktuellen Zustands.

Wenn ein intelligenter Vertrag zum Beispiel Geld von einem Nutzer erhält, wird sein Code von allen Knoten im Netzwerk ausgeführt, um einen Konsens über das Ergebnis und den daraus resultierenden Wertfluss zu erzielen. Auf diese Weise können intelligente Verträge sicher und ohne zentrale Autorität ausgeführt werden, selbst wenn die Nutzer komplexe Finanztransaktionen mit unbekannten Unternehmen durchführen.

Um einen intelligenten Vertrag auf einer Smart Contract Plattform auszuführen, muss in der Regel eine Gebühr an die Layer-1 Blockchain entrichtet werden.

Einmal auf einer Blockchain eingesetzt, können intelligente Verträge im Allgemeinen nicht mehr geändert werden, auch nicht von ihrem Ersteller. So wird sichergestellt, dass sie nicht zensiert oder abgeschaltet werden können.

Geschichte von Layer-1 Smart-Contract-Plattformen

Smart-Contracts wurden erstmals in den 1990er Jahren vom Informatiker und Rechtsanwalt Nick Szabo vorgeschlagen, also noch lange bevor es Blockchains gab. Doch erst mit der Entwicklung von Ethereum 2015 nahm der Einsatz von Smart Contracts Fahrt auf.

Die Layer-1 Blockchain Ethereum ist nach wie vor die mit Abstand größte Smart-Contract-Plattform, aber viele andere Layer-1-Blockchains (einschließlich Binance Smart Chain, Cardano, Solana, Polkadot, Avalanche, Tron, NEAR-Protokoll, Kosmos, Flow, Algorand) machen der ersten Smart Contract Plattform mittlerweile Konkurrenz.

Konsensalgorithmen der Layer-1 Blockchains/Smart-Contract Plattformen

Warum werden Konsensalgorithmen für Blockchains benötigt?

Kryptowährungen und Blockchains sind dezentralisierte Netzwerke ohne eine zentrale Instanz. Die Dezentralisierung ermöglicht die einzigartigen Eigenschaften (Zensurresistenz, Beschlagnahmungsresistenz, Vertrauensfreiheit). Dies wirft jedoch eine Frage auf: Wie können wir sicherstellen, dass sich die Netzwerkteilnehmer einigen, wenn niemand »das Sagen« hat? 

Ohne eine zentrale Autorität wird das Vertrauen durch »Konsensprotokolle« bzw. Konsensalgorithmen hergestellt. Die menschlichen Schiedsrichter werden also durch Algorithmen (Protokolle) ersetzt.

Gemäß Vitalik Buterins »Blockchain-Trilemma« kann eine Blockchain nur in zwei der drei Hauptfunktionen – Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralisierung – optimal sein.

Es gibt diverse Ansätze zu Konsensalgorithmen, wie zum Beispiel:

  • Proof of Work (PoW – verwendet von Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Dogecoin, Monero, …),
  • Proof of Stake (PoS – verwendet von Binance Coin, Ethereum 2.0, Cardano, Solana, Polkadot, Avalanche, Near Protocol, Flow, …),
  • Delegated Proof of Stake (DPoS – verwendet von EOS, Tron, Cosmos, …),
  • Proof of Authority (PoA – verwendet in privaten Blockchains wie Microsoft Azure),
  • Proof of Capacity (PoC – verwendet von Permacoin, Burstcoin, Storj, …)
  • Proof of Participation (PoP – noch selten verwendet)

Wie diese Konsensalgorithmen funktionieren, würde hier zu weit führen. Wichtig zu wissen ist nur, dass es viele Ansätze gibt, die jedoch alle dem Blockchain Trilemma nicht entkommen können und daher alle verschiedenen Schwerpunkte in den Bereichen Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralisierung setzen.

Der Kampf um Entwickler – welche Layer-1 Blockchains die meisten Entwickler anziehen

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Electric Capital analysierte bis zu 500.000 einzigartige Code-Repositories (ohne Copy-Pasting von Code) und 160 Millionen Code-Commits über Web3, um zu untersuchen, welche Blockchain die höchste Anzahl an aktivem Entwickler-Engagement aufweist.

Der harte Wettbewerb zwischen den Layer-1-Plattformen bedeutet, dass Blockchain-Unternehmen nicht nur um Nutzer, sondern auch um Entwickler konkurrieren müssen.

Die Entwickler werden in Community-Entwickler, die an dezentralen Anwendungen (Dapp) arbeiten, und Protokollentwickler, die am Kernprotokoll arbeiten, unterteilt.

Wie zu erwarten führte die älteste und größte Smart Contract Blockchain – Ethereum, das Rennen bei der Gesamtzahl der Entwickler an. Insgesamt 2.980 Entwicklern im Jahr 2020 und 3.920 im Jahr 2021 bringen Ethereum auf Platz Eins. Ethereum zog auch den größten Prozentsatz aller Entwickler im Web3 an.

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Ethereum schafft es bis zu 25% der Entwickler anzuziehen Quelle: Electric Capital.

Nach Ethereum folgte die Layer-1 Blockchain (manchmal auch als Layer-0 bezeichnet) Polkadot mit insgesamt 840 Entwicklern im Jahr 2020 und 1.400 im Jahr 2021, dann Cosmos, Solana und Bitcoin.

Nachdem wir nun die absoluten Größen verglichen haben, schauen wir uns an, welche Layer-1 Blockchain das größte Wachstum aufwies.

Unter den mittelgroßen Ökosystemen mit 300–1000 Entwicklern hatte Solana mit einem signifikanten Wachstum von 5x das höchste Wachstum, während Near ein Wachstum von 4x verzeichnete.

Danach folgt Polygon mit einem 2-fachen Wachstum, (obwohl es sich hier um eine Sidechain-Skalierungslösung von Ethereum und nicht um eine Layer-1 Blockchain handelt). Nach Polygon folgen Cardano (90 %), Binance Smart Chain (80 %), Cosmos (70 %) und Bitcoin (10 %).

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Die vier Blockchains mit den meisten Entwicklern, schwarz: Ethereum, rot: Polkadot, blau: Cosmos, lila: Solana, Quelle: Messari.

Wie sieht es mit kleineren Smart Contract Blockchains in der Kategorie von 51 bis 300 Entwicklern aus? An der Spitze stand Internet Computer, dann kamen Fantom, Harmony, Avalanche, Algorand, Chainlink, und Hedera und in entsprechender Reihenfolge.

Was sind TOP zehn wichtigsten Layer-1 Smart-Contract-Blockchains in 2022?

Jede Plattform bietet unterschiedliche Kompromisse in Bezug auf Geschwindigkeit, Sicherheit, Kosten, Zentralisierungsgrad und erforderlicher Hardware (das »Blockchain-Trilemma« wie im Kapitel »Konsensalgorithmen« angesprochen). Außerdem bietet jede Plattform ihre eigene Ausführungsumgebung, Programmiersprache für intelligente Verträge, Gebührenstruktur und Governance (Verwaltung).

Ethereum (ETH) – Die erste Layer-1 Smart-Contract Plattform und der Platzhirsch

Ethereum war die erste Smart-Contract Plattform und hat daher den „First Mover Advantage“ (Frühstartervorteil) sowie den Netzwerkeffekt ganz klar auf seiner Seite.

Die Kryptowährung wurde 2013 von Vitalik Buterin und seinen Co-Foundern Gavin Wood, Jeffrey Wilcke, Charles Hoskinson, Mihai Alisie, Anthony Di Iorio und Amir Chetrit gegründet (die Namen sind deswegen interessant, weil einige bei anderen Projekten wieder vorkommen werden). Der Anspruch ist kein geringerer als ein dezentralerWelt Computer“ zu werden, der Google, Facebook und andere zentralisierte Plattformen verdrängen soll.

Ethereum ist die wichtigste Smart Contract Plattform, sowohl in der Marktkapitalisierung wie auch in der Anzahl von Programmen und Lösungen, die Entwickler auf der Ethereum-Blockchain aufgebaut haben. Keine andere Layer-1 Blockchain hat annähernd so viele DeFi Protokolle, NFTs, dApps oder DAOs (Decentralized autonomous organizations) am Laufen wie Ethereum. Auch Entwicklern hat Ethereum doppelt so viele wie der nächste Konkurrent.

Die Layer-1 Blockchain wurde jedoch Opfer ihres eigenen Erfolges, denn die Blockchain hat Schwierigkeiten bei der Skalierung. In anderen Worten: das Netzwerk ist regelmäßig verstopft und die Transaktionsgebühren steigen zum Teil in den dreistelligen Euro-Bereich. Die Umstellung auf ETH 2.0 soll diese Probleme lösen. Unter anderem soll der Konsensalgorithmus von Proof of Work auf Proof of Stake umgestellt werden. Die Umstellung wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen und der positive Ausgang ist nicht garantiert. Geplant wäre die Geschwindigkeit von den aktuellen und viel zu geringen 15 tps auf 100.000 tps (Transaktionen pro Sekunde) zu vervielfachen.

BNB-Chain (BNB) – Mit der Macht der weltgrößten Kryptowährungsbörse, Binance, im Rücken

Die BNB Chain ist eine Layer-1 Smart Contract Blockchain, die von der weltgrößten Kryptowährungsbörse Binance entwickelt und verwaltet wird. Sie ist mit Ethereum kompatibel und verwendet einen Proof of Stake-Konsensmechanismus.

BNB Chain hat große Ziele und möchte von einer Milliarde Menschen verwendet werden. Es hat den Begriff MetaFi geschaffen, um seine Funktionalitäten zu beschreiben. MetaFi ist eine Mischung aus zwei Wörtern – 'Meta' für Meta-Ökosystem und 'Fi' für DeFi. MetaFi ist ein Konzept, das alle verschiedenen Arten von Projekten wie Metaverse, DeFi, GameFi, SocialFi, Web3 und NFTs verbindet und unter einem Dach vereint – MetaFi.

Ein großer Vorteil der Binance Smart Chain ist ihre Kompatibilität mit Ethereum. Programme die für Ethereum geschrieben wurden können also auf die BNB Chain übertragen werden. In Zukunft möchte BNB Chain mit vielen anderen Smart-Contract Blockchains kompatibel sein. Ein weiteres Verkaufsargument für BNB ist, dass der Besitz von BNB Token Rabatte bei der Benützung von Binance gewährt.

Die BNB Chain ist deutlich zentralisierter als zum Beispiel Ethereum, aber erreicht dadurch eine wesentlich höhere Transaktionsgeschwindigkeit mit niedrigeren Transaktionskosten.

Geschwindigkeit: aktuell 160 tps, angekündigt: 1,4 Millionen tps (Transaktionen pro Sekunde)

Cardano (ADA) – Eine der ersten Proof-of-Stake Blockchains

Cardano verfolgt einen anderen Ansatz bei der Entwicklung als die meisten anderen Blockchains, nämlich „lieber langsam dafür richtig“. Die Smart Contract Plattform zieht es vor, neue Funktionen erst einmal gründlich zu prüfen und zu testen, bevor sie eingeführt werden. Dies bringt Cardano aber auch immer wieder Kritik ein, da viele versprochene Funktionen lange auf sich warten lassen.

Die Proof-of-Stake Plattform lässt ihre Entwicklungen von akademischen Experten begutachten und schreibt sich ein Ethos der Offenheit und Transparenz auf die Fahnen. Die gesamte Forschung und die technischen Spezifikationen, die Cardano zugrunde liegen, werden veröffentlicht, und alle Cardano-Entwicklungsaktivitäten werden frei zugänglich gemacht.

Der Gründer von Cardano, Charles Hoskinson (der zuvor einer der Co-Founder von Ethereum war), gibt an, dass in seinem Ökosystem mehr als 500 Projekte in der Entwicklung sind.

Die Geschwindigkeit von Cardano liegt bei eher mageren 250 tps (Transaktionen pro Sekunde). Im Gegensatz zu anderen Layer-1 Smart Contract Blockchains versucht Cardano eine Skalierung über Layer-2 Lösungen zu erreichen. Ein großes Plus des Cardano-Netzwerks sind seine derzeit über 3.100 Staking Pools womit es zu den dezentralsten Kryptowährungen der Welt gehört.

Solana (SOL) - Eine der schnellsten Layer-1 Blockchains

Solana ist einer der Kryptowährungen mit der größten Wertentwicklung im Jahr 2021. Gemessen an der Marktkapitalisierung sprang Solana von Platz 120 zu Beginn des Jahres 2021 auf den fünften Platz am Ende des Jahres und verzeichnete einen Kursanstieg von über 11.000 %.

Solana ist eine der schnellsten Layer-1 Kryptowährungen. Sie kann etwa 50.000 bis 65.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) verarbeiten, verglichen mit 15 TPS bei Ethereum. Die durchschnittlichen Kosten pro Transaktion sind minimal und die Smart Contract Plattform hat nach eigenen Angaben über 1.000 Projekte in seinem Ökosystem.

Allerdings hat Solana immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen und die Blockchain musste bereits des Öfteren für einige Stunden angehalten werden. Die Entwickler arbeiten quasi mit dem gegenteiligen Prinzip von Cardanos „langsam aber sicher“.

Polkadot (DOT) – die ausgeklügelteste Smart-Contract Plattform mit dem niedrigsten CO₂ Fußabdruck

Polkadot ist ein weiteres Projekt, das von einem der ursprünglich Ethereum Co-Founder (Dr. Gavin Wood) gegründet wurde. Es ist wohl eine der ausgeklügeltesten Blockchains, aber damit auch recht kompliziert. Polkadot vereint ein Netzwerk von heterogenen Blockchains, die Parachains und Parathreads genannt werden. Diese Ketten sind mit der Polkadot-Relay-Chain verbunden und durch diese gesichert. Sie können sich auch über Brücken mit externen Netzwerken verbinden.

Die Smart Contract Blockchain hat eine eigene Version von Proof of Stake namens „nominated proof-of-stake“ (NPoS) entwickelt, mithilfe dessen die Kryptowährung nach eigenen Angaben den niedrigsten CO₂-Fußabdruck aller Proof-of-Stake Blockchains verursacht.

Ein großes Asset von Polkadot ist die hohe Anzahl an Entwicklern – nur Ethereum hat mehr. Der Vorsprung von Polkadot vor den anderen Ethereum-Konkurrenten ist größtenteils auf die Verwendung der Programmiersprache Substrate (basierend auf der Programmiersprache Rust) zurückzuführen. Substrate bietet Entwicklern den Geschwindigkeitsvorteil, schnell eine maßgeschneiderte Blockchain für ihren eigenen spezifischen Anwendungsfall zu erstellen, ohne dass sie ein Validator-Netzwerk einrichten müssen. Das Upgraden von Chains auf Polkadot ist auch viel schneller, da die Abwärtskompatibilität es nicht erfordert, dass Entwickler einen Fork erstellen.

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DOT Founder Gavin Wood freut sich über das stärkste Wachstum an Entwicklern bei DOT im Vergleich zu allen Kryptowährungen

Avalanche (AVAX) – schnellste Layer-1 Blockchain bei der Finalität

Avalanche wurde von Forschern an der Cornell University in den USA entwickelt. Um zu verstehen, was Avalanche auszeichnet, muss man wissen, was „Finalität“ bedeutet. Ohne zu technisch zu werden, gibt es einen Unterschied zwischen der schnellen Bearbeitung einer Transaktion und dem tatsächlichen Abschluss dieser Transaktion. Es ist ein bisschen so, als würde man eine Kreditkartenzahlung tätigen, die vom Händler akzeptiert wird, dann aber auf dem Konto einige Tage lang als ausstehend angezeigt wird, bis die Transaktion tatsächlich abgeschlossen ist.

Avalanche ist die schnellste Smart-Contract-Plattform in Bezug auf die Finalität. Um dies zu erreichen, verwendet Avalanche drei verschiedene Blockchains in seinem System und einen neu entwickeltes Konsensprotokoll (Avalanche Consensus) der mit Teilstichproben arbeitet. Gleichzeitig sind die Gebühren niedrig und die Plattform ist skalierbar. Mit seinen 4500 Transaktionen pro Sekunde ist Avalanche im guten Mittelfeld, bei der Finalität von zwei Sekunden jedoch an der einsamen Spitze.

Ein starkes Argument für Avalanches Zukunft ist die Partnerschaft mit dem Beratungsunternehmen Deloitte, um die „Sicherheit, Geschwindigkeit und Genauigkeit“ der Mittel der amerikanischen Behörde FEMA (Federal Emergency Management Agency) zu verbessern. Deloitte wird die Avalanche-Blockchain nutzen, um effizientere Plattformen für die Katastrophenhilfe aufzubauen.

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Der Vergleich von Avalanche zu Bitcoin, Ethereum und Polkadot zeigt die enorme Geschwindigkeit der Smart Contract Plattform. Quelle: AVA Labs

Tron (TRX) – der asiatische Layer-1 Blockchain Konkurrent

Tron (TRX) ist ein chinesisches Smart-Contract Blockchain Projekt rund um den – in Asien sehr bekannten –Tech-Entrepreneur Justin Sun. Die Layer-1 Blockchain wurde auf dem Höhepunkt der Krypto-Manie 2017 ins Leben gerufen, ursprünglich als dezentralisierte Speicher- und Vertriebsplattform für soziale Medien und digitale Unterhaltungsinhalte. Erfolg hatte Tron jedoch erst mit DeFi und stieg unter die Top 5 Kryptowährungen in Bezug auf das TVL (Total Value Locked) auf. Das TVL einer Blockchain stellt das gesamte Kapital dar, das in ihren Smart Contracts gehalten wird.

Das starke Wachstum der Kryptowährung wird hauptsächlich auf den algorithmischen Stablecoin USDD zurückgeführt, der seinen Besitzern einen jährlichen Zins von 20 % verspricht und den Tron im Mai 2022 gestartet hat. Die Angst, dass USDD das gleiche Schicksal erleiden könnte wie Terra und sein Stablecoin UST (Terra ist 2022 bei einer koordinierten Atacke um 99 % kollabiert) versucht Justin Sun damit zu zerstreuen, dass USDD zu mindestens 130 % überbesichert sein soll.

NEAR-Protocol (NEAR) – die benutzerfreundlichste Layer-1 Blockchain

Das in 2020 in den USA gelaunchte NEAR Protocol ist eine Plattform für dezentrale Anwendungen (dApps), die sich auf Entwickler- und Benutzerfreundlichkeit konzentriert. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, hat NEAR Funktionen wie von Menschen lesbare Kontonamen anstelle von kryptografischen Wallet-Adressen und die Möglichkeit für neue Nutzer, mit dApps und intelligenten Verträgen zu interagieren, ohne eine Wallet zu benötigen, integriert. NEAR ist eine delegated Proof-of-Stake-Blockchain, die Sharding-Technologie verwendet, um Skalierbarkeit zu erreichen. Der von NEAR Protocol entwickelte Konsensmechanismus namens „Doomslug“ schafft ähnlich schnelle Finalisierungen wie Avalanche. Mit 100,000 Transaktionen pro Sekunde (tps) ist NEAR Protocol ganz vorne mit dabei.

Cosmos (ATOM) - Internet der Blockchains

Cosmos zählt zu den ersten Smart Contract Layer-1 Blockchains und wird seit 2016 entwickelt. Cosmos, das von seinem Gründerteam als »Internet der Blockchains« angekündigt wurde, möchte ein Netzwerk von Krypto-Netzwerken werden. Die Proof-of-Stake Plattform soll Entwicklern die Erstellung von Blockchains für verschiedene Anwendungsfälle erleichtern und Blockchains in die Lage versetzen, miteinander zu kommunizieren und Transaktionen durchzuführen. Dieser Fokus auf Anpassbarkeit und Interoperabilität, unterscheidet Cosmos von anderen Projekten. Anstatt sein eigenes Netzwerk in den Vordergrund zu stellen, ist es sein Ziel, ein Ökosystem von Netzwerken zu fördern, die Daten und Token austauschen können, ohne eine zentrale Stelle. Irgendwann sollen im Cosmos Hub Tausende miteinander verbundenen Blockchain-Systemen existieren, die auf dem Cosmos Network aufbauen. ATOM ist der Cosmos Token und wird verwendet, um Transaktionsgebühren zu bezahlen und Staking Rewards auszuzahlen. Die beiden bekanntesten Beispiele für Blockchains, die auf Cosmos aufgebaut sind, sind Cronos (die crypto.com Blockchain) und Terra (das durch seinen Kollaps im Sommer 2022 es zu trauriger Berühmtheit gebracht hat).

Flow Playground (FLOW) – die Layer-1 Blockchain für NFTs

Flow ist ein Projekt der Entwickler des 2017 berühmt gewordenen Blockchain Spiels CryptoKitties, das die erste dapp war, die Ethereum an seine Grenzen brachte. Frustriert vom überlasteten Ethereum Netzwerk wollten es die CryptoKitties Entwickler besser machen und launchten 2020 den Flow Playground. Flow fokussiert sich auf NFTs (non-fungible token) und ermöglicht Entwicklern, diese besondere Art von digitalem Vermögenswert zu erstellen und zu handeln und möglichst unkompliziert einem Mainstream Publikum anzubieten. Um die gewünschte Geschwindigkeit der Blockchain zu erreichen, wurde eine sogenannte „multi-node, multi-role architecture“ entwickelt, wobei die Flow-Blockchain seinen Nodes verschiedene Aufgaben zuweist.

Zu den Partnern des Flow-Ökosystems gehören globale Marken wie Warner Music, Ubisoft, NBA und UFC.

Algorand (ALGO) – Layer-1 Blockchain für CBDCs?

Algorand ist wie Avalanche eine Blockchain, die im akademischen Umfeld entstanden ist, in diesem Fall 2019 am berühmten MIT (Massachusetts Institute of Technology). Algorand versucht das Blockchain Trilemma mit seinem neu entwickelten Pure proof-of-stake (PPoS) Konsensus Protokoll zu lösen, welches die Validierer nach dem Zufallsprinzip entsprechend dem Gewicht ihres „Stakes“ in ALGO-Coins auswählt. Damit erreicht Algorand Geschwindigkeiten von 1000 Transaktionen pro Sekunde und fünf Sekunden zur Finalität.

Die Layer-1 Blockchain hat sich auch als Anlaufstelle für digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) positioniert und wurde bereits von den Marshall-Inseln als Blockchain für deren CBDC ausgewählt. Zahlreiche Länder, darunter auch die Vereinigten Staaten, erwägen die Einführung eigener CBDCs. Dies könnte sich als eine wichtige Nische für ALGO erweisen. Ein weiterer Coup des Algorand Teams war die offizielle Partnerschaft mit der FIFA (Internationaler Fußballverband). Im Rahmen der Vereinbarung wird Algorand die FIFA bei der Weiterentwicklung ihrer Strategie für digitale Assets unterstützen, während die FIFA Sponsoring-Assets wie Werbung, Medienpräsenz und Promotionsmöglichkeiten bereitstellt.

Dieser Artikel wurde erstmals am 12. Juli 2022 veröffentlicht und am 12. Juli 2022 aktualisiert.
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