Wer bekommt das Geld, wenn ich Aktien kaufe?

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Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2020

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Zusammengefasst
  • Ein Unternehmen an der Börse bekommt nur einmalig beim Börsengang Geld. Und zwar so lange, bis alle Aktien ausgegeben/verkauft sind.
  • Jeglicher Handel danach geschieht nur zwischen Investoren wie dir und mir.
  • Trotzdem unterstützt du das Unternehmen, wenn du deren Aktien kaufst. Ein börsennotiertes Unternehmen hat in der Regel eine höhere Reputation, bekommt mehr Aufträge und kann bei einem Exit einen höheren Verkaufspreis erzielen, wenn sich der Kurs gut entwickelt.

Wer neu an der Börse ist, fragt sich schon mal, wer eigentlich das Geld bekommt, wenn man Aktien eines bestimmten Unternehmens kauft.

Auf diese Frage gibt es zwei Antworten, von denen jede erst einmal richtig ist: Das Geld bekommt sowohl das Unternehmen als auch der Verkäufer der Aktien. Aber aufgepasst! Entscheidend ist dabei der Zeitpunkt.

  • Das Unternehmen bekommt das Geld… wenn du Aktien im Zuge eines IPOs kaufst.
  • Der Verkäufer bekommt das Geld… wenn du NACH einem abgeschlossenen IPO (alle Aktien sind im Umlauf) mit Aktien handelst.

Um es anders zu formulieren: Das jeweilige Aktienunternehmen bekommt das Geld nur ein einziges Mal. Nämlich dann, wenn es das erste Mal an die Börse geht und Aktien ausgibt.

Und hier liegt auch das Missverständnis, was viele haben: wenn du von einem etablierten Unternehmen Aktien kaufst, unterstützt du dieses finanziell nicht. Zumindest nicht auf direktem Weg.

Unterstütze ich ein Unternehmen, wenn ich Aktien kaufe?

Die meisten Anleger gehen an die Börse, um Geld zu verdienen.

Wenn es aber um die Frage geht, in WELCHE Aktien man investiert, sind viele wählerisch. Schließlich möchten manche keine ethisch verwerflichen Bereiche unterstützen.

Oder umgekehrt: Man möchte in bestimmte Themen investieren, damit diese weiter wachsen.

Anders, als oft behauptet wird, hat ein Unternehmen monetär gesehen erst einmal nichts davon, wenn deren Aktien nach Börsengang gehandelt werden. Das Argument, dass beispielsweise ein Waffenhersteller so automatisch mehr Geld verdient, ist so gesehen nicht ganz richtig. Wie wir aber gleich festellen werden, ist es in manchen Fällen aber auch nicht völlig an den Haaren herbeigezogen.

Die AG bekommt zwar kein Geld mehr, profitiert aber trotzdem

Dass ein Unternehmen aber so gar nicht davon profitieren würde, wenn deren Aktien gekauft und verkauft werden, ist auch nicht wahr.

Mit steigendem Aktienkurs steigt nämlich auch der Wert des gesamten Unternehmens. Wird dieses irgendwann einmal verkauft, wird dessen Wert maßgeblich daran bemessen, wie hoch dessen Kurs an der Börse gerade steht.

Auch kann Reputation eine Rolle spielen: Viele Unternehmen möchten an der Börse sein, weil so das Ansehen gesteigert wird. Ein Unternehmen mit einem hohen Ansehen verdient in der Regel auch mehr Geld.

Wie viel Geld bekommt ein Aktienunternehmen beim Börsengang?

Wie viel Geld ein Börsengang abwirft, hängt davon ab, wie hoch dieses von den Investoren bewertet wird.

Zu Anfang wird ein Ausgabepreis festgelegt, welcher von Investoren geschätzt wird. Das allerdings ist noch keine Garantie dafür, dass dieser auch vom Markt angenommen wird.

So kann es sein, dass ein Preis von € 50,- bei einer Aktienstückzahl von 100.000 festgelegt wird.

50 x 100.000 sind 5 Millionen Euro.

Das wäre die Summe, die in diesem Fall eingenommen werden würde.

Nicht selten allerdings passiert es, dass die Investoren ganz andere Meinung sind und es gleich bei der Zeichnung der Aktien einen Crash gibt, da die Aktie von Anlegern anders bewertet wird und erst Jahre später den ursprünglich angedachten Wert erreicht.

Wenn dann bereits alle Aktien im Markt sind, kann das ärgerlich für das Unternehmen sein, da dann beispielsweise anstatt den € 50,-, Investoren nur € 25,- pro Stück bezahlt haben.

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Philipp ist durch seine berufliche Laufbahn, aber noch viel mehr durch seine Erfahrungen als Privatanleger Experte in Sachen Finanzen geworden und lebt nach einem Motto, welches perfekt zu unserer Firmenphilosophie passt: „In der Theorie gibt es in der Praxis keinen Unterschied. In der Praxis aber schon“.
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Philipp Neuberger

Philipp ist durch seine Erfahrungen als Privatanleger Experte in Sachen Finanzen geworden und lebt nach einem Motto, welches perfekt zu unserer Firmenphilosophie passt: “In der Theorie gibt es in der Praxis keinen Unterschied. In der Praxis aber schon”.