Wladimir Putin will "internationales Blockchain Zahlungssystem". Das hätte Nachteile für die Krypto-Welt.

Martin Fiedler

Zuletzt Aktualisiert: 29. November 2022

Kommentieren
Darum geht es

Der russische Präsident Wladimir Putin spricht sich für ein internationales Zahlungssystem auf "Blockchain-basis" aufgrund der aktuellen Sanktionen aus.

Russlands Präsident Wladmir Putin sprach auf Sberbank-Konferenz über Blockchain-Zahlungen. Foto: kremlin.ru Lizenz: CC BY 4.0
Was wichtig ist
  • Wladimir Putin reagiert auf die westlichen Sanktionen und fordert ein "unabhängiges Zahlungsnetzwerk", welches auf der Blockchain aufgebaut ist.
  • Viele russische Banken, darunter auch die "Sberbank" als die größte russische Bank, wurden mit Beginn des Angriffs auf die Ukraine aus dem Telekommunikationsnetzwerk "SWIFT" ausgeschlossen.
  • Kryptowährungen waren in Russland bereits öfter im Gespräch, um Sanktionen zu umgehen.
Weitere Nachrichten
2. Dezember 2022 Kriminell oder naiv? Sam Bankman-Fried im NYT-Interview nach FTX Pleite

Sam Bankman-Fried (SBF) stellt sich in einem Interview der New York Times kritischen Fragen zum Niedergang von FTX. Er wolle es bei den Millionen Kunden  "wiedergutmachen" sagt SBF. Er sprach auch offen darüber, wie sich Krypto-Unternehmen und auch FTX mit "Bullshit"-PR-Kampagnen milde Regulierung erkaufen.

Das sagen Experten
  • Russland ist vertraglich noch an bestimmte Zahlungsarten gebunden. Ein zeitnaher Wechsel zu Blockchain-Währungen ist aktuell nicht zu erwarten.
Mögliche Auswirkungen
  • Da es in vielen Ländern, darunter vielen EU-Staaten, eine Abhängigkeit von russischem Gas gibt, hat Russland ein gewisses Druckmittel in der Hand und könnte so die Zahlung per digitalen Währungen forcieren.
  • Auf Kryptowährungen im Allgemeinen hätte dies vermutlich einen negativen Effekt und würde zu restriktiverer Gesetzgebung in der EU und den USA führen.
Hintergrund

Putin-Statement zu unabhängigem Blockchain-Zahlungsnetzwerk auf "Künstlicher Intelligenz"-Konferenz der russischen Sberbank

Es ist nicht das erste Mal, dass Russland in Kryptowährungen einen möglichen Ausweg sucht, die Sanktionen seitens der Europäischen Union (EU) und der USA zu umgehen.

Auf einer Konferenz zum Thema "Künstliche Intelligenz", welche von Russlands größter und staatlicher Bank namens "Sberbank" organisiert wurde, sagte Wladimir Putin:

"Es ist möglich, ein neues System für internationale Zahlungen zu schaffen, das auf digitalen Währungstechnologien und verteilten Registern basiert, viel bequemer ist, aber gleichzeitig völlig sicher für die Teilnehmer und unabhängig von Banken und der Einmischung Dritter."

Des Weiteren sollten globale Finanzinstitutionen "auf demokratischen Prinzipien" beruhen.

Der russische Präsident führte weiter aus:

"Das derzeitige internationale Zahlungssystem ist teuer, und sein Korrespondenzkontensystem sowie seine Regulierung werden von einer kleinen Gruppe von Staaten und Finanzunternehmen kontrolliert".

Sanktionen: Ausschluss Russlands aus SWIFT aufgrund Angriffskrieg auf die Ukraine

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine und somit Beginn des Ukrainekriegs am 24. Februar folgten zahlreiche Reaktionen westlichen Staaten in Form von Sanktionen.

Ziel dieser Sanktionen war und ist es, einerseits Solidarität mit der Ukraine zu symbolisieren, andererseits die russische Wirtschaft zu schwächen und in weiterer Folge die Finanzierung des Krieges für Russland zu erschweren.

Eine frühe Maßnahme stellte der Ausschluss einiger großer Banken Russlands aus dem Telekommunikationsnetzwerk "SWIFT" dar [Quelle].

 Investieren für Anfänger

SWIFT ist ein Telekommuinkationsnetzwerk, welches als besonders sicher gilt und von mehr als 11.000 Banken weltweit genutzt wird. Inklusive der russischen Sberbank.

Russland erwiderte diese Sanktion wiederum mit der Vorgabe, dass Rechnungen westlicher Länder in der russischen Staatswährung "Rubel" beglichen werden sollen.

Der Effekt des SWIFT-Ausschlusses wird von vielen Experten zwar angezweifelt, unbestritten ist jedoch, dass Russland wirtschaftliche Schäden davongetragen hat und dies mit dem neuerlichen Ruf nach "unabhängigen" Blockchain-Zahlungssystemen verdeutlicht wird.

Russlands Blockchain-Vorstoß könnte negative Auswirkungen auf Kryptowährungen in der EU haben

Auch wenn in der Krypto-Szene der Ausbau von digitalen Währungen auf Blockchain-basis meist positiv aufgenommen wird, sollte man sich bewusst sein, dass es ein Interesse seitens der EU gibt, Russland weiter zu schwächen.

Die Etablierung einer unzensierbaren Blockchain-Währung seitens Russland hätte vermutlich auch negative Effekte auf alle anderen Kryptowährungen, da es zeigen würde, dass sich digitale Währungen zur Umgehung von Sanktionen nutzen lassen.

Dies würde zu weiteren gesetzlichen Verschärfungen betreffend dem freien Handel mit Kryptowährungen führen.

Artikel teilen:
Dieser Artikel wurde erstmals am 28. November 2022 veröffentlicht und am 29. November 2022 aktualisiert.
Diskussion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis
Kommentare und Erfahrungen (inkl. Pseudonym/Name) sind öffentlich sichtbar. Teile daher bitte keine persönlichen oder andere sensible Daten von dir oder Dritten in deinem Beitrag. Das betrifft insbesondere NAMEN, ADRESSEN, TELEFONNUMMERN und E-MAIL-ADRESSEN. Beiträge erscheinen nicht sofort, werden aber in der Regel rasch freigeschalten. Unsere Datenschutzbestimmungen sind hier einsehbar. Über dieses Formular werden keine Informationen bzw. Anlageberatung zu Online Trading angeboten..