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Prozentualer Geldverlust bei CFD-Kleinanlegerkonten


Martin Fiedler

Zuletzt Aktualisiert: 2. August 2021

Zusammengefasst


  • Innerhalb der Europäischen Union lizensierte CFD-Broker müssen gemäß einer ESMA-Vorgabe Kunden darüber informieren, wie hoch der Prozentsatz an Kleinanlegerkonten ist, die beim Handel mit CFDs Geld verlieren. Das gleiche gilt auch für Forex-Broker, da es sich hier in den meisten Fällen ebenfalls um CFDs auf Devisen handelt.
  • Die Vorgabe gilt bisher nur für CFDs (gehört zur Gruppe der Derivate), nicht aber für physische Produkte wie zum Beispiel Kryptowährungen oder Aktien.
  • Der Prozentsatz gilt nur für Kleinanlegerkonten (private Trader). Professionelle Konten erfordern diesen Hinweis nicht. Es ist davon auszugehen, dass der Prozentsatz hier etwas niedriger ist.
  • Daytrading wird im Vergleich zum Investieren als risikobehafteter angesehen, was sich auch in Zahlen bemerkbar macht. Beispielsweise verlieren zwischen 74 % und 89 % der Kleinanlegerkonten beim Handel mit CFD Geld. Je nach Broker kann der Prozentsatz etwas niedriger oder höher sein.

"74 % und 89 % der Kleinanlegerkonten verlieren beim Handel mit diesem Anbieter CFD Geld" - Was bedeutet das genau?

Es gibt diverse Variationen des von der ESMA vorgeschriebenen Risikohinweises für CFD-Broker. So kann es beispielsweise lauten: "67% der CFD-Kleinanlegerkonten verlieren Geld".

Schon in dem Satz lässt sich herauslesen, dass es hier ausschließlich um Kleinanleger geht.

Was ist ein Kleinanleger?


Kleinanleger werden auch "Privatanleger" genannt. Dabei handelt es sich um Investoren oder Daytrader, welche das Ganze mehr als Hobby denn Beruf sehen und deren Portfolio unter € 200.000,- liegt. Für diese Gruppe gelten bestimmte Schutzgesetze, welche für professionelle Kunden nicht gelten.

Die ESMA möchte unerfahrene Trader ohne ausreichende finanzielle Bildung über die Risiken informieren, die beim Trading mit Differenzkontrakten einhergehen.

Ähnliche Vorgaben hat es bereits bei der Beschränkung der Hebelgrößen für private Konten gegeben. Waren davor Hebel von 1:300 oder sogar darüber hinaus keine Seltenheit, ist mittlerweile nur mehr ein maximaler Hebel von 1:30 möglich. Eine Ausnahme bilden hier ebenfalls wiederum professionelle Konten.

Wer ist die ESMA?


Die ESMA ist die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, welche Vorgaben erlässt, an die sich alle Online Broker halten müssen, welche Ihre Services Kunden innerhalb der EU anbieten.

Der Beschluss wurde das erste Mal im April 2019 für die Dauer von drei Monaten erlassen, wird seit dem jedoch laufend verlängert. Es ist nicht davon auszugehen, dass CFD-Broker künftig auf diese Risikohinweise verzichten dürfen.

Der Prozentsatz ist dabei ein Durchschnittswert der letzten 12 Monate und muss laufend erneuert werden. Zur Berechnung sind bestimmte Währungspaare bzw. Indizes von der ESMA vorgeschrieben.

Wieso gibt es den Risikohinweis nur für CFDs?

CFDs gelten, im Gegensatz zum Beispiel zu Aktien, als komplexes Finanzprodukt. Viele Neueinsteiger verfügen in der Regel nicht über ausreichend Wissen, um die Risiken von CFDs ausreichend einzuschätzen. Der Gesetzgeber geht hier daher von einer erhöhten Gefahr für Verluste aus.

Da CFDs typischerweise mit Hebeln gehandelt werden, welche die Menge an Geld, welche am Markt bewegt wird, vervielfacht. Somit können zwar in Relation zum Einsatz schnell hohe Gewinne entstehen, jedoch auch das Gegenteil passieren.

Streng genommen hat man diesen Effekt auch bei hochvolatilen Produkten wie Penny Stocks oder auch manchen Kryptowährungen. Wieso das Gesetz daher nur CFDs trifft, ist nicht in Gänze nachvollziehbar.

Grundsätzlich scheint die ESMA hier dem US-amerikanischem Vorbild zu folgen, wo CFDs gänzlich verboten sind. Ein Verbot in der EU ist zwar bisher nicht abzusehen, allerdings wird zumindest versucht, den Handel damit möglichst unattraktiv zu gestalten.

Wieso unterscheiden sich die Prozentsätze an Geldverlusten bei den Brokern?

Ein allgemeiner Risikohinweis kann folgendermaßen lauten:

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem
hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren.
74 % und 89 % der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.
Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich
leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Nun gibt es jedoch Broker, welche sich auch über längere Zeit hinweg, im Bereich von 68% herum bewegen. Andere wiederum eher im Bereich um 88%, also ganze 20% mehr.

Da diese Risikohinweise alle drei Monate erneuert werden müssen, lässt sich dies gut nachverfolgen.

Grundsätzlich scheinen die Geldverluste bei allen Brokern anzusteigen, wenn es einen Hype um ein volatiles Asset wie zum Kryptowährungen gibt.

Davon abgesehen spielt auch eine Rolle, wie die jeweilige Trading-Oberfläche gestaltet ist und welche Kundengruppe der jeweilige CFD-Broker anspricht. Bei manchen Plattformen gleicht die Aufmachung eher dem eines Online Casinos als einem seriösen Broker, was zur Konsequenz hat, dass eine gänzlich andere Zielgruppe angezogen wird.

Mehr zur Regulierung von CFDs in der Europäischen union erfahren


CFD-Regulierungen der ESMA »

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Dieser Artikel wurde erstmals am 2. August 2021 veröffentlicht und am 2. August 2021 aktualisiert.
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